Bietigheimer Zeitung

 

GLOSSE · FALSCHER ALARM: Kein Bild des Grauens

Ein Beispiel dafür, was passiert, wenn sich zwei Nachbarn nicht ganz grün sind, wurde am Sonntagnachmittag in Erligheim abgeliefert. Punkt 14.43 Uhr alarmierte einer dieser Nachbarn über die Notrufnummer 112 die Feuerwehr und meldete, dass aus der seinem Gewerbeanwesen gegenüberliegenden Halle Rauch aufsteige. Vier Minuten später rückte bereits das erste Fahrzeug der Freiwilligen Feuerwehr Erligheim ab und war weitere drei Minuten später am Einsatzort in der Johannes-Bieg-Straße im örtlichen Gewerbegebiet. Das zweite Einsatzfahrzeug machte sich kurz darauf ebenfalls auf den Weg. Insgesamt 22 Aktive der Erligheimer Wehr waren bereit den gemeldeten Brand in der Gewerbehalle zu bekämpfen.

Kein Bild des Grauens fanden die Wehrmänner dann an der vermeintlichen Brandstelle vor: Die Würste und das Fleisch auf dem Holzkohlegrill waren nämlich bereits gar und dufteten köstlich. "Auch für uns war dieser falsche Alarm Neuland", merkte Kommandant Karl-Heinz Fein lapidar an. In ihrem Einsatzbericht formuliert die um 14.39 Uhr verständigte Polizei: Vor Ort wurde festgestellt, dass auf dem Firmengelände gegrillt wurde. In Erligheim munkelt man, dass es wohl seit längerer Zeit Meinungsverschiedenheiten zwischen den beiden Nachbarn gibt und der Alarmierende deshalb "nicht so ganz genau über den Zaun geschaut hat". Ein Versäumnis, dass letztendlich Einsatzkosten von rund 400 Euro verursachte.

JÜRGEN KUNZ